Vogelperspektive

Bei stern.de/ kann man Twitter nicht leiden. Man zwitschert zwar selbst, um schön auf der Hypewelle mitzuschwimmen, aber nimmt dann doch den Amoklauf von (hier bitte den Namen irgendsoeines süddeutschen Kaffs mit „W“ eintragen, dessen korrekte Schreibweise ich gerade zu faul zum Googeln bin) zum Anlaß, sich über die Geschwätzigkeit des Microbloggingdienstes zu mokieren. sueddeutsche.de/ schlägt in dieselbe Kerbe und der Deutsche Journalisten-Verband sekundiert mit seiner Kritik an der Selbstinszenierung mancher Berichterstatter.
Dabei sieht man an diesem Screenshot sehr (un!)schön, wie zumindest die Boulevardabteilung des professionellen Journalismus damit umgeht – nämlich keinen Deut pietätvoller und noch ein paar Kellen reißerischer.

Ich bin mein eigener Berichterstatter.

Es hat aber auch Kritik aus den eigenen Reihen gegeben, wenn man das Ganze denn auf den üblichen Grabenkampf zwischen Journaille und Blogosphäre beziehen möchte. In ihrem Blog themenriff.de/ prangert @PickiHH das Stammtischniveau an, welches sich am Tag der Bluttat in etlichen Tweets ansonsten vernünftiger und -ständiger User Bahn gebrochen hat.
Ich will hier zynische bis menschenverachtende Äußerungen zu diesem Amoklauf im Speziellen und Katastrophen im Allgemeinen bestimmt nicht gutheißen, kann die Entrüstung darüber aber nun auch nicht verstehen und teile daher eher die Meinung eines anderen Bloggers zum Thema.
Ich bin kein Journalist. Ich will auch keiner sein. Und meine (speziell die lesend passive) Twitternutzung läßt sich nicht mit dem Konsum anderer Informationsmedien vergleichen.

Vogelgezwitscher

Innerhalb des Metamediums Internet gibt es eine Vielzahl verschiedener Kommunikationskanäle – Twitter ist einer davon. Allgemein formuliert, aber sicher auf diesen Umstand bezogen, habe ich das gestern bei wirres.net/ gelesen. Und Ihr von sueddeutsche.de/ wisst das doch auch, wie Ihr beim „Schreiben für das eBook“ unter Beweis stellt. Soviel Transferleistung muß sein.

Albern wird die Sache nur, wenn Meldungen zur Munition im oben genannten Grabenkampf degenerieren. Während spiegel.de/ die Quelle einfach unerwähnt läßt, wird Twitter bei meedia.de als Investigativinstrument abgefeiert. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen und der schale Beigeschmack ganz vorne auf dem Zünglein.

Der Vollverständigkeit halber

Den Artikel auf stefan-niggemeier.de/ dazu habe ich nicht gelesen. Der ist wahrscheinlich was für Frühaufsteher, die bestimmt auch Retweetratschläge beherzigen – wer’s braucht…

Ich lache zweimal drüber, tiefschwarz:
Ha. Ha.

2 Antworten zu „Vogelperspektive“


  1. 1 germanpsycho März 13, 2009 um 16:01

    Das lustigste an der Geschichte war ja für mich, daß ich am Tag, nachdem ich die beiden Artikel über die Pöbeleien des Sterns schrieb, sowohl @stern_digital als auch von @view_foto (ebenfalls vom Stern) als neue Follower bei Twitter begrüßen durfte. Was das wieder sollte?

    Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem sich der Stern über „den Pöbel” äußerte, hatte ich auch keinerlei Problem mit diesem Magazin. Gut, seriös war es seit der Hitler-Tagebücher nicht mehr, aber zumindest für einen kurzen Überblick war der Stern nicht schlecht. Hatte mir auch deren durchaus gelungene iPhone-Anwendung heruntergeladen.

    Naja, wenn es darum ging, Aufmerksamkeit zu erhalten, dann ging die Kampagne wohl auf. Ob das nun etwas Positives ist….

  2. 2 drikkes März 13, 2009 um 16:55

    Nun gut, Respekt an die Stern-Accounts, daß sie auch ihren Kritikern Gehör schenken. Ich lese die Blätter aus diesem Hause äußerst selten, habe die betreffende iPhone-App (noch?) nicht angeschaut und folge Ihnen auch auf Twitter nicht.
    Mit Ausnahme von Musikmagazinen gebrauche ich meine Twitter-Timeline nicht als Alternativ-RSS-Feed.

    Es kommt eben drauf an, welche Ansprüche man an Microbloggingdienste stellt. In unser beidem Fall scheint das wohl nicht allzu hoch zu sein – jedenfalls von einem anderen Standpunkt aus betrachtet.
    Ich sage ja ungern „Ich hab’s vorher gewusst.“, aber mir war doch ziemlich schnell klar, daß Twitter nicht zum Werkzeug der Weltverbesserung taugt. Für mich überwiegt der Unterhaltungs- den Informationswert und danach habe ich meine Verfolgten auch zusammengestellt.


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