Archiv für April 2009

Immer am Boden, nie zerstört

Die Autorin Else Buschheuer erklärt in einem Interview, warum sie ihr Blog dichtgemacht hat. Die Nachricht selbst ist schon ein paar Tage alt, aber das hier ist ja auch kein Newsticker und ich bin bis jetzt nicht dazu gekommen, etwas dazu zu schreiben.
Man redet ja viel von der Verschmelzung von realer und virtueller Person im Social Net. Die User geben sich zu erkennen, Anonymität ist out (mit einigen Ausnahmen). Es laut Else – bei aller berechtigten Kritik an fordernden Kommentatoren und einem generellen Schreib- bzw. Originalitätszwang im Netz – aber nicht zu schaffen, zwischen Blog- und Romanschreiber trennen zu können, zeigt meiner Meinung nach, daß die Frau zu sehr auf ihre täglichen Klickzahlen schaut. Dazu scheint es mir ein erhellendes Licht auf ihre Arbeitsweise zu werfen, die sie mit wahrscheinlich sehr vielen Mitgliedern der schreibenden Zunft teilt, doch nicht preisgeben will.
Es ist nämlich mit mitnichten so, daß ein Roman im stillen Kämmerlein, in einem genialischen Kopf reifen muß, um dann auf einen Schlag als plötzliche Sturzgeburt in einem Rutsch das Licht der Welt zu erblicken. In den meisten Fällen ist es tägliche Arbeit, eine kleine Idee reiht sich an die nächste und dann will dieses Textkonglomerat zu einem Gesamtwerk zusammengeschraubt und zurechtgefeilt werden. Diesen Prozeß will Frau Buschheuer dem Publikum vorenthalten. Sie will die Konstruktion vom großen Wurf aufrechterhalten, und sei es nur, weil es die Verlage ihrer Meinung nach eben so wollen. Sie arbeitet systemkonform und scheint dabei selbst nicht einmal die Antwort auf die Frage zu wissen, ob das Bloggen ihre Schriftstellerschreibweise verändert hat.
Auf Entzug hat Frau Buschheuer dafür als Ersatzdroge Twitter entdeckt. (Nur zur Info / Ich folge ihr nicht und habe auch keins ihrer Bücher gelesen.)

Nochmal spiegel.de/, diesmal ein Interview mit dem (ehemaligen?) Internet-Kritiker Andrew Keen. Dort hört er sich im Vergleich zu seinem Bestseller ‘Die Stunde der Stümper’ ein wenig geläutert an.

Twitter ist ein gutes Beispiel dafür. Hier ist eine neue Elite im Begriff zu entstehen. Die Hierarchie zwischen Talent und Publikum beginnt das Amateurhafte wieder zu verdrängen.

Zumindest sieht er nicht mehr ganz so schwarz; oder schreibt nicht mehr so polemisch. Ein Nicht-Euphoriker in den eigenen Reihen ist ja auch nicht schlecht. Oder zumindest jemand, der zwischen den Fronten steht. Ist in Zeiten der Grabenkämpfe um Copyright und Internetzensur, Web2.0-Hoffnung und Untergang des Wirtschaftwunderabendlandes gar nicht mehr so einfach zu finden.
Die FAZ selbstbeschäftigt sich mal wieder mit der Zukunft, aber wie Deutschlands Printdino wirklich tickt, ahnt man ja schon länger, jetzt kann man es hier en detail nachlesen. Und sollte man auch. Jedenfalls wenn im Business of Biegen and Brechen arbeitet.

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Dann doch lieber so. Sehr lehrreiches Video. Und wie die Zukunft von nicht nur Google News aussehen soll, das twittern die Spatzen (via @CemB) ja schon von den Dächern.
Es reicht allerdings, dies als jugendlichen Ist-Zustand zur Kenntnis zu nehmen. Aber ältere Semester mit ihrer Offline-Mentalität sollte man nicht mehr ernsthaft zu bekehren versuchen.

Wer genau nachlesen will, wie das mit dem Hack vom Time 100 Poll funktioniert hat, der führe sich bitte diesen Artikel zu Gemüte. Captchas vertraut man danach allerdings nicht mehr wirklich.

Wortspielchen, Treibereien

Letzten Donnerstag also Unfun. Der Autor liest nicht selbst, er läßt lesen. Verständlich, denn auch wenn der Laden rappelvoll ist, so sind doch wohl die wenigsten im Publikum der norwegischen Sprache mächtig. Das ist okay, weil seine Vertretung nicht nur charmant vorträgt. Nach einer kurzen Einführung geht’s los.

Ich bin vorher noch nie im King Georg nahe des Ebertplatzes gewesen, aber die laut Eigenbezeichnung „Klubbar“ kommtt mir auf Anhieb gelegen. Im Kelleretablissement nimmt der riesige, freistehende Rundumtresen den Großteil des Raumes ein, dahinter gruppieren sich nur noch eine handvoll Tische um eine kleine Fläche, die wochenends wohl die Tanz- darstellen soll. Es darf geraucht werden.

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Die Lesung selbst ist kurz, vielleicht eine halbe Stunde Textausschnitte, welche mit angemessenem Applaus quittiert wird. Dann kommt der Einführer wieder auf die improvisierte Minibühne, ein zweiter Stuhl dazu und Auftritt Matias Faldbakken. Das Interview läuft dann in Englisch. Der berühmte Sohn kommt zweifelsohne ziemlich sympathisch rüber. Allerdings blitz zwischen all der zur Schau gestellten Abgeklärtheit das ein oder andere Mal erschreckend Unreflektiertes durch.
Aber was soll’s sagt man sich, wir sind ja nicht von der hermeneutischen Truppe, freuen uns aber doch irgendwie, als die anschließenden Publikumsfragen dann so banal werden, daß man nach mittlerweile so einigen Bieren getrost die Toilette aufsuchen kann, ohne etwas zu verpassen. Dann geht es weiter mit Schnaps und Solalamusik.

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Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas hat vor ein paar Wochen urbanartguide.com/ gelauncht. Was man von diesem Selbstanwurf bezüglich (whole train!) Street Credibility zu halten hat, schreibt spiegel.de/.

Hier noch ein Text über Vornamen von Sufjan Stevens auf dem Blog seines Labels asthmatickitty.com/, am Ende gibt es noch ein kurzes Liedchen über/an (?) Sofia Coppola. (via @malomalo)

leinenlos

Geht’s noch, Grüne?

Letzte Frage:
Was ist nur aus der gutenalten Pop-Literatur geworden?

schon wieder eine Generation

Habe ich mich ja schon gefragt, als ich den Teaser auf bild.de gesehen habe; den Artikel zu lesen, habe ich mich nicht getraut – und das hängt bestimmt nicht mit meiner kettenrauchenden Angst vor Lungenkrebs zusammen. Die Sendung, um die es hier geht, habe ich auch nicht gesehen. Wieso macht Schlingensief das? Zwingt ihn der Verlag, sein Buch mit allen Mitteln zu promoten, sogar mit Elke H. an einem Tisch?

Es wird mal wieder eine Generation annonciert, nur um sie im gleichen Atemzug aufzugeben.

posttrenner

Nachfolgendes Lied muß ich momentan mindestens dreimal täglich hören:
Major Lazer (feat. Santigold & Mr Lexx) – Hold The Line
Und weil wir gerade beim Thema Music sind, hier noch der Hinweis auf thepirategoogle.com/.

Auf ein Wort: Camp oder Trash?

Am Schluß bitte noch ein wenig Aufmerksamkeit für ein Gewinnspiel: Das sowieso schon löbliche Onlinetool doingtext.com/ verlost zum Launch ein paar lebenslange Gratisaccounts, Infos hier. Einfach mitmachen und weitersagen.

etwas mehr als Links

Es ist meistens gut, wenn Leute ihr Denken und ihre Forderungen der Realität anpassen, so auch in diesem Fall.
Elke Heidenreich hat das Zuknallen des Buches scheinbar immer noch nicht vernommen. Zum Ausgleich sieht das Wall Street Journal das eBook wohl etwas zu euphorisch.

rebelart.net/ macht auf neue Arbeiten von Silke Krah aufmerksam; die Sachen sind wirklich einen Blickwurf wert. Und wo wir schon einmal beim Thema sind: de-bug.de/ hat schon vor Ewigkeiten auf eine seltsame Seite hingewiesen, ich wußte aber bis heute nicht, wie ich den Hinweis unterbringen sollte. Jetzt ist er eben in dieser Linkliste gelandet.

Hier habe ich als HTML-Analphabet die zwei Kniffe unten gelernt:
The microblogging site Twitter has recently struggled with downtimes.
Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club is one of my favorite albums.
Da stehen noch mehr Tipps, aber mit denen kann ich nun wirklich nichts anfangen.
Anderes Thema:

Der in Australien laufende Spot für VISA (via gizmodo.com/) ist jetzt – so wie sich die gutealte Kredikarte wegen einer kleinen Neuerung an die Kommunikationsrevolution der letzten Jahre dranhängt, nicht der große Wurf, aber trotzdem irgendwie sympathisch gemacht.

Bei xfuckerx.de/ gerade auf diese Werbung für Bohrmaschinen aufmerksam geworden. Witze mit Schlagkraft, Auf-Wand etc. verkneifzange ich mir aber jetzt mal, ich Kalauerkapitän.

Und weil heute neben ein paar anderen auch Girls Day ist, hier noch der Hinweis auf einen Artikel über die kurvenreiche weibliche Bloglandschaft.

statt eines …

… normalen (?) Posts heute nur ein Hinweis: spreeblick.com/ streikt und jeder Onliner dieses Landes sollte sich an der Aktion beteiligen.

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Zum Hintergrund muß man wohl nicht mehr viel sagen. Aber erwähnt sei noch, daß Nils von Blanc, dessen Graphik hier gratis zum Download bereitliegt, seinen Namen ganz unbescheiden und viel zu klein in die Ecke links unten gequetscht hat.

Wie auch immer: So geht’s nicht!

Ich herze Blogs

Auch wenn ich gestern soviel zu tun hatte, daß ich diesen Post nicht vorbereiten, geschweige denn -schreiben konnte und heute natürlich durch das Lesen anderer Blogliebschaften auf viele neue Schätzchen aufmerksam gemacht werde. Wie im letzten Eintrag bereits angekündigt, hier also die Anteilnahme an der vom stylespion.de/ ins digitale Leben gerufenen Aktion

ein-herz-fuer-blogs

Hier also eine kleine, aber feine Auswahl der von mir regelmäßig angesteuerten Blogs. (Jaja, das geht immer noch nicht automatisch, bin bisher mit keinem RSS-Reader warm geworden.) Gerne würde ich ja eine endlos lange Lobeshymne auf jede/n einzelne/n dieser Insinternetreinschreiber/innen verfassen; allein, mein Büroschreibtisch ist heute nur unwesentlich leerer als gestern, weshalb ich mich mit einer schnöden Auflistung begnügen muß.
royalkomm.de/stijlroyal/blogroyal/
blogpuppe.wordpress.com/
phreak20.com/
sounds-like-me.com/
kixka.wordpress.com/
tautoko.info/
happyschnitzel.wordpress.com/
kopfbunt.de/
Die ganz großen, etablierten Deutschblogs liegen natürlich auch oft auf meiner Netzrout(in)e, aber ich als Omegablogger muß bestimmt nicht den Spreeblick verlinken. Stattdessen gestehe ich, daß mich meine alte Schwäche für Frauenzeitschriften auch im www noch verfolgt, wenn auch in abgewandelter Form. Und so schaue ich ab und an ebenfalls hier vorbei.
pimpettes.de/
sneakergirls.wordpress.com/
maedchenmannschaft.net/
flannelapparel.blogspot.com/

objektiv

Neben dem Microblogging bin ich ja ein großer Freund von Tumblr, habe auch selbst einen. Und diesen folge ich besonders gerne: willzone ist meistens zum totlachen, sabino hat fast immer gute Photos, boesch ist trotz „Medien und so“ oft sehr interessant. Andere Tolltumblr sind riot36, jenna sowie der auch ganz groß als sillium twitternde sickr. Manche von denen lassen sogar Kommentare zu, das sind dann doch fast „vollwertige“ Weblogs.

Letztes Wort für heute: Die @miss_geschiggd
könnte auch mal wieder was in ihren Blog reinschreiben.

Melodei

Merkzettel: Dann also mal eine Art Teekesselchen mit Links. Ist jetzt gerade so mehr spontan entstanden, denn mittlerweile speichere ich Interessanteres im Entwurf für den nächsten Blogpost, wenn es verwertbar scheint. Bookmarks und RSS funktionieren bei mir irgendwie nicht.

Der @mspro hat sich schon ein paar Tagen ein paar Gedanken gemacht, die über 140 hinausgehen. Und völlig subjektiv finde ich, dieses Flowchart steht dem trotzdem ziemlich gut zur Seite.

Das Hallenprojekt im Interview. Passt auch ganz gut zu diesem Artikel hier. Die Bilder in diesem Blogpost haben aber wie immer (so gut wie) nichts mit dem Text zu tun. Und außerdem ist der gerade erwähnte Artikel auf faz.net/ Unsinn.

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Noch ein Interview, das hat was mit Kunst zu tun und Sehen, also vielleicht passen die Bilder ja doch irgendwie. Beobachten können jedenfalls auch andere: Sportadella ist Mortadella. (Mal gesehen: Das Sprichwort stimmt.)

verticalmeasures.com/ hat ein paar der schrägsten Twitterer… – Ja, ist das noch aufgelistet oder schon vorgestellt? Ich bin nicht dabei. Und muß mir ja nicht selbst auf die Schulter klopfen, weil ich zu den 15,3% der 70.000 deutschen Twitterer gehöre, die mehr als 250 Follower haben. Aber erwähnen darf ich das ja mal.

ein-herz-fuer-blogs

Okay, die Bilder sind in diesem Eintrag gar keine, sondern so schicke Buchstabenreihen. Die zweite macht allerdings Sinn. Der stylespion.de/ hat eine Aktion mit obigem Namen ins Leben gerufen und da wird gefälligst (also von Gefallen – nicht, weil man damit Herrn Müller einen Gefallen tut, sondern im Sinne von „Gefällt mir!“) mitgemacht. Am kommenden Dienstag werden also auch die Angelegenheiten ihre Bloglieblinge vorstellen. (Überlegungen, die Blogroll von der eigenen Seite auf die Home/Sidebar zu holen, drängen sich derweil verstärkt auf.)

Ich hinke mal wieder hinterher, kaum schaffe ich es am heutigen Tage, meiner Twitter-Timeline zu folgen, geschweige denn die unzähligen Tabs abzuarbeiten. Dieser Eintrag hier entsteht aus reiner Verzweiflung, es will heute einfach zuviel reguläre Arbeit werden. Da brauche ich die großen Netzthemen der letzten Tage (#amazonfail, #zensursula, #thepiratebay) nicht auch noch aufzugreifen, sondern verweise zum Abschluß mal wieder auf eine Genderdiskussion sowie das Maggi-Prinzip.

Mit der Tatsache, daß aber wenigstens der Titel des Posts nichts mit seinem Inhalt zu tun hat, schließe ich nun. Und mit diesem gemischten Doppel.

klippen und klären

No one owns the news – gut zu wissen, aber heute möchte ich mich mal sowieso nicht mit dem heißen Scheiß beschäftigen. Aufhänger ist das dritte (?) Video – Gibt es so etwas wie „Singleauskopplungen“ noch bzw. ist das Wort überhaupt noch gebräuchlich? – zum aktuellen The Streets-Album „Everything Is Borrowed“. Drauf aufmerksam geworden bin ich durch diese exzellente Zusammenstellung neuerer Musikclips auf stylespion.de/.

Das hier soll keine fundierte Musikkritik sein. Ich höre zumindest die erste Hälfte der Platte recht häufig, der zweite Teil fällt irgendwie ab. Und an das Debüt „Original Pirate Material“ kommt die Scheibe ohnehin nicht ran. Im Vergleich zum großartigen Clip zum Titeltrack des vierten (?) Studioalbums bietet das Video zu „On The Edge Of A Cliff“ abgesehen von Skinners (sic!) Barthaar wenig Highlights.
Sein Neuerscheinen ist auch nur der Aufhänger, um ein paar Worte zu den Lyprics zu verlieren. Der überaus eingängige Refrain des Songs lautet folgendermaßen:

For billions of years
Since the outset of time
Every single one of your ancestors survived
Every single person on your mums and dad’s side
Successfully looked after and passed onto you life
What are the chances of that like
It comes to me once in a while
And everywhere I tell folk
It gets the best smile

Nun bin ich weder Mathematiker noch Statistiker, aber ich brauche nicht erst meinen Logik-Grundkurs aus dem Philosophiestudium zu bemühen, um mir zusammenzureimen, daß die erwähnten Chancen so schlecht nicht stehen können, wenn die Aussage auf jedes einzelne Lebendmitglied der gesamten Erdenbürgerschaft zutrifft. Eigentlich auch auf jeden toten Menschen, doch will ich nicht zu kleinkariert erscheinen.
Im Lied wird durch die paar Zeilen der ein oder andere Selbstmord verhindert. Gute Sache – keine Frage, aber irgendwie ist das ja nur die Mindestanforderung. Leben ist die Grundbedingung und so gedacht bekommt der Refrain keine positive Gedanktionierung, sondern alles, was mir dazu einfällt – oder zumindest das erste, was mir in den Sinn kommt – ist: Drückeberger.
Wer noch nie sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, von dem ist – pathetisch gesprochen – sicher keine Revolution zu erwarten.

klipp unklar

Ganz gleich, wie ernst man Mike Skinners Stilisierung zum Gossenphilosophen auch nimmt, es ist bestimmt nicht seine Absicht gewesen, eine Hohelied auf eine Generationenabfolge von selbstsüchtigen Opportunisten zu singen. Schon auf seinem Debütalbum stehen sich der stressende Alki und der kiffende Slacker unversöhnlich gegenüber. Doch auch wenn die Sympathien klar verteilt sind, klar ist auch, daß man auch im Internetzeitalter vom Wohnzimmersofa aus die Verhältnisse schwer zum Tanzen bringen kann. „Lebe wild und gefährlich!“ taugt eben oft nur als theoretisches Lebensmotto, sogar für Rockstars. Also setz’ Dich und nimm’ Dir ‘nen Keks.

Einen Tipp kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen…

Meine Osterbotschaft

Nur kurz angemerkt: Der Hirte Mixa hat zum Osterfest mal wieder Schwachsinn verlautbart. Abgesehen davon, daß die Behauptung, der Nationalsozialismus sei eine vollkommen atheistische Bewegung gewesen, wenn nicht komplett falsch, so doch zumindest äußerst fraglich ist, besteht keinerlei Kausalzusammenhang zwischen Gottlosigkeit und den grausamen Verbrechen sowohl der Nazis als auch der Kommunisten, weder notwendig noch hinreichend. Und Mixa wäre wahrscheinlich der erste, der sich dagegen verwahren würde, dieselbe Logik im Umkehrschluß auf die katholische Kirche anzuwenden. Wie steht es denn mit den Kreuzzügen und der Inquisition, um nur zwei von unzähligen Beispielen zu nennen?
Wäre die katholische Kirche lernfähig, dann sollte sie sich darüber freuen, daß die Jahrhunderte dauernde, unselige Verquickung von Religion und Politik theoretisch vom Tisch ist. Praktisch aber unterstütze ich diesen Verein, aus dem ich schon vor Jahren ausgetreten bin, weiterhin – und zwar gegen meinen Willen – mit meinen Steuergeldern. Statt von sich aus und letztendlich zum eigenen Wohl die laizistischen Regeln anzuerkennen, die sich gesellschaftlich nie ganz durchgesetzt haben, wird in Berlin eine Initiative namens ProReli ins Leben gerufen. Der Kirche als Träger von schulischen und medizinischen Einrichtungen steht dieses vom Staat refinanzierte Wohltätigkeitsmäntelchen meiner Meinung nach schlecht zu Gesicht. Statt dieser verschleierten Geschäftstätigkeiten sollte sich die Kirche auf ihre wirklich caritativen Kernkompetenzen besinnen, auch um die Fehler ihrer Geschichte zu sühnen.

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Zuerst habe ich diesen Tweet nicht gefavt, weil mir bei aller Güte das Hashtag #ostern gefehlt hat. Ein Sternchen hat er von mir immer noch nicht bekommen, eben weil Ostern ja nicht jedes Jahr auf den 11. April fällt und sich der Witz ohne die Angabe des Feiertags eben nicht erschließt. Nun ist er mir seit drei Tagen nicht aus dem Kopf gegangen, was wohl für seine dennoch unzweifelhaft vorhandene Qualität spricht. Die Lösung: Statt ihn zu faven, wird der Tweet eben in diesem österlichen Blogeintrag verewigt.

spr. („Ey, Ed!“)

Malte Welding hat ein Interview zum Thema Sprache gegeben, da geht es unter anderem auch um Werbung. Und wo wir gerade dabei sind, diesen Spot finde ich ganz gelungen, wenn er auch kein Hole-in-one ist.

Überleitung eingelocht. Homosexualität ist kein Handicap, wie manche Leute scheinbar immer noch glauben – und erst recht keine Krankheit. Nach einem anderen Artikel auf maedchenmannschaft.net/ habe ich hingegen gedacht, daß darüber doch ein wenig kontroverser diskutiert werden würde, als kleinlich über die richtige Kinderwagenstellung im Bus zu zicken zanken.

Noch ein paar Mal L/links

spiegel.de/ über quasi eingekaufte Blogberichterstattung jetzt auch in der deutschen Politik.

Doch noch etwas Printvernünftiges zum Heidelberger Appell auf zeit.de/.

Das ist zweipunktnull.

Misik über Zorn. Sehr lesenswert!

Heute in der Rubrik „Wir schaufeln uns unser eigenes Grab“: AP.

Aber wir wollen doch eigentlich alle ein Happy end, deshalb zum Schluß noch dieser Tipp.

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