klippen und klären

No one owns the news – gut zu wissen, aber heute möchte ich mich mal sowieso nicht mit dem heißen Scheiß beschäftigen. Aufhänger ist das dritte (?) Video – Gibt es so etwas wie “Singleauskopplungen” noch bzw. ist das Wort überhaupt noch gebräuchlich? – zum aktuellen The Streets-Album “Everything Is Borrowed”. Drauf aufmerksam geworden bin ich durch diese exzellente Zusammenstellung neuerer Musikclips auf stylespion.de/.

Das hier soll keine fundierte Musikkritik sein. Ich höre zumindest die erste Hälfte der Platte recht häufig, der zweite Teil fällt irgendwie ab. Und an das Debüt “Original Pirate Material” kommt die Scheibe ohnehin nicht ran. Im Vergleich zum großartigen Clip zum Titeltrack des vierten (?) Studioalbums bietet das Video zu “On The Edge Of A Cliff” abgesehen von Skinners (sic!) Barthaar wenig Highlights.
Sein Neuerscheinen ist auch nur der Aufhänger, um ein paar Worte zu den Lyprics zu verlieren. Der überaus eingängige Refrain des Songs lautet folgendermaßen:

For billions of years
Since the outset of time
Every single one of your ancestors survived
Every single person on your mums and dad’s side
Successfully looked after and passed onto you life
What are the chances of that like
It comes to me once in a while
And everywhere I tell folk
It gets the best smile

Nun bin ich weder Mathematiker noch Statistiker, aber ich brauche nicht erst meinen Logik-Grundkurs aus dem Philosophiestudium zu bemühen, um mir zusammenzureimen, daß die erwähnten Chancen so schlecht nicht stehen können, wenn die Aussage auf jedes einzelne Lebendmitglied der gesamten Erdenbürgerschaft zutrifft. Eigentlich auch auf jeden toten Menschen, doch will ich nicht zu kleinkariert erscheinen.
Im Lied wird durch die paar Zeilen der ein oder andere Selbstmord verhindert. Gute Sache – keine Frage, aber irgendwie ist das ja nur die Mindestanforderung. Leben ist die Grundbedingung und so gedacht bekommt der Refrain keine positive Gedanktionierung, sondern alles, was mir dazu einfällt – oder zumindest das erste, was mir in den Sinn kommt – ist: Drückeberger.
Wer noch nie sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, von dem ist – pathetisch gesprochen – sicher keine Revolution zu erwarten.

klipp unklar

Ganz gleich, wie ernst man Mike Skinners Stilisierung zum Gossenphilosophen auch nimmt, es ist bestimmt nicht seine Absicht gewesen, eine Hohelied auf eine Generationenabfolge von selbstsüchtigen Opportunisten zu singen. Schon auf seinem Debütalbum stehen sich der stressende Alki und der kiffende Slacker unversöhnlich gegenüber. Doch auch wenn die Sympathien klar verteilt sind, klar ist auch, daß man auch im Internetzeitalter vom Wohnzimmersofa aus die Verhältnisse schwer zum Tanzen bringen kann. “Lebe wild und gefährlich!” taugt eben oft nur als theoretisches Lebensmotto, sogar für Rockstars. Also setz’ Dich und nimm’ Dir ‘nen Keks.

Einen Tipp kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen…

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