Mit 'literatur' getaggte Einträge

Extrablablablatt!

Abgestaubt ist anders // heise.de/ bringt ein längeres Interview mit dem “Literaturwissenschaftler Stephan Resch über den Einfluss von Drogen auf Werk und Leben von Schriftstellern”. Anlaß ist selbstredend ein von ihm verfasstes Buch namens Rauschblüten. Dabei nur die Klassiker der Selbsterfahrungsliteratur abzuhandeln, ist beileibe kein Kunststück. Aber da spricht wohl zu sehr der Germanistikstudent aus mir; das Interview liest sich flockig und sei hiermit für den Einstieg ins Thema anempfohlen. Am besten in Verbindung mit Das abenteuerliche Herz: Droge und Rausch – “Martin Wuttke holt (am Berliner Ensemble) Ernst Jünger aus der Glasvitrine.”

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Weiter am Text // Neben der weniger literarisch angelegten Twitkrit gibt es ja einige Bestrebungen, das Phänomen Twitter kuturell aufzuwerten, aber irgendwie entzieht es sich in seiner Angreifbarkeit doch stets diesen Versuchen. Der Twitterstrand ist mittlerweile wieder eingemottet. Der Großteil der 283 eingereichten Kurzgedichte zum Twitter-Lyrik-Wettbewerb ist von der Qualität her doch eher bescheiden gewesen. Und auch der neueste Artikel zum Thema Roman auf freitag.de/ macht die Sache nicht besser.
(Die Liste folgenswerter SchriftstellerInnen auf unser aller Lieblingsmicrobloggingdienst schenke ich mir an dieser Stelle.)

Zitat des Tages:

Sollen doch die Herrn Verleger ihre eigene Suchmaschine bauen.

Auf faz.net/ meldet sich Hubert Burda himself mit einem langen Artikel zum Thema zu Wort.
tagesspiegel.de/ liefert eine gar nicht mal so “kleine Einführung in die Ideologie des digitalen Freibeutertums” – lesenswert.
ksta.de/ berichtet – wenig überraschend – sehr positiv über ein Projekt, bei dem Schulen und der Kölner Stadtanzeiger zusammenarbeiten. So löblich das Ziel, Schüler zum Lesen (vor-)tagesaktueller Nachrichten zu bringen, auch ist: Für mich ein Fall von Print-Lobby, obwohl zisch (Zeitung In SCHule) interessanterweise von netcologne präsentiert wird.
diepresse.com/ zur Instrumenta- und damit Kommerzialisierung von Flashmobs.
Dieter Rams hält nicht viel vom Crowdsourcing.
Zum Schluß: ein “gelbes Warndreieck“.

L:stoffe

Große Teile der schreibenden Zunft und die an sie angeschlossene Wirtschaft (Nein, Trugschluß. Andersrum!) haben sich offenbar fest vorgenommen, die Fehler der Musikindustrie zu wiederholen. Wieder zu bestaunen in einem Interview mit der Schriftstellerin Julia Franck über “den Heidelberger Appell und das bedrohte Urheberrecht” auf welt.de/. Ich jedenfalls habe nicht den Eindruck, daß die Musik in den letzten Jahren schlechter geworden ist. Klar ist zumindest, daß sie durch diese Forderungen nicht besser wird. Und das ist bei Texten nicht anders.

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The Book Of Tweets

Ich habe mir bei tweetbook.in/ meine ersten 2222 Tweets zu einem pdf-Buch zusammenstellen lassen. Nicht schön, aber praktisch. So flüchtig Microblogging selbst doch ist, die eine oder andere Perle verdient es, dem Strom der Zeit entrissen zu werden. Und deshalb finde ich es auch ganz toll, daß man ein solches pdf nicht nur für die eigenen Tweets, sondern auch für die Favoriten herstellen kann.
Nachtrag: Wegen des Erfolgs und dem damit zusammenhängenden Traffic gibt es Serverprobleme. Bis auf weiteres also die Version mit Anmeldung nutzen. Zur Zeit herrscht da allerdings eine Warteschlange, weil immer nur drei Leute zusammen drin sein können.

Wenn Sie sich ein Buch kaufen wollen, dann nehmen Sie doch dieses hier.

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Grimmig

Wenn sowas hier gesucht wird (siehe Screenshot), dann kann ich eine traurige Geschichte erzählen: Die Grimme Online Awards werden mal wieder vergeben. Man kann sich über einige der Nominierten freuen, kann man aber auch lassen. Nur soviel: Mir als pseudoelitärem Fuzzi mit popkulturellem Anstrich gefällt diese äußerst einseitige Liste auch nicht, aber man muß sich eben vor Augen halten, wie coffeeandtv.de/ richtig bemerkt, daß der Preis nicht dazu da ist, damit das Netz eine von unzähligen weiteren Möglichkeiten hat, sich selbst zu feiern, sondern es das Ziel ist, Leute auf die Möglichkeiten des Internets aufmerksam zu machen, die (bisher) nicht soviel damit anfangen können.
Eine ehrenvolle Aufgabe, aber ob das der richtige Weg ist…

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Nachgetreten (wie es beim Fußball heißt) // Ich hoffe doch sehr, daß meine Stimmen für den von Arcandor gestifteten Publikumspreis gelten, obwohl ich nicht am integrierten Gewinnspiel teilgenommen habe. Die Teilnahmebedingungen (siehe Screenshot) sind für mich eben unannehmbar. Sollte dem aber so sein (schlimm genug, aber das muß jeder für sich selbst entscheiden), dann hieße das auch, man muß drei Stimmen abgeben, auch wenn man nur zwei Favoriten hat. Am Ende gewinnt dann wahrscheinlich der, den niemand auf Platz eins hatte, sondern ein mittelmäßiger Kompromißkandidat, der als Everybody’s No 3 niemandem weh tut.

Wortspielchen, Treibereien

Letzten Donnerstag also Unfun. Der Autor liest nicht selbst, er läßt lesen. Verständlich, denn auch wenn der Laden rappelvoll ist, so sind doch wohl die wenigsten im Publikum der norwegischen Sprache mächtig. Das ist okay, weil seine Vertretung nicht nur charmant vorträgt. Nach einer kurzen Einführung geht’s los.

Ich bin vorher noch nie im King Georg nahe des Ebertplatzes gewesen, aber die laut Eigenbezeichnung “Klubbar” kommtt mir auf Anhieb gelegen. Im Kelleretablissement nimmt der riesige, freistehende Rundumtresen den Großteil des Raumes ein, dahinter gruppieren sich nur noch eine handvoll Tische um eine kleine Fläche, die wochenends wohl die Tanz- darstellen soll. Es darf geraucht werden.

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Die Lesung selbst ist kurz, vielleicht eine halbe Stunde Textausschnitte, welche mit angemessenem Applaus quittiert wird. Dann kommt der Einführer wieder auf die improvisierte Minibühne, ein zweiter Stuhl dazu und Auftritt Matias Faldbakken. Das Interview läuft dann in Englisch. Der berühmte Sohn kommt zweifelsohne ziemlich sympathisch rüber. Allerdings blitz zwischen all der zur Schau gestellten Abgeklärtheit das ein oder andere Mal erschreckend Unreflektiertes durch.
Aber was soll’s sagt man sich, wir sind ja nicht von der hermeneutischen Truppe, freuen uns aber doch irgendwie, als die anschließenden Publikumsfragen dann so banal werden, daß man nach mittlerweile so einigen Bieren getrost die Toilette aufsuchen kann, ohne etwas zu verpassen. Dann geht es weiter mit Schnaps und Solalamusik.

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Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas hat vor ein paar Wochen urbanartguide.com/ gelauncht. Was man von diesem Selbstanwurf bezüglich (whole train!) Street Credibility zu halten hat, schreibt spiegel.de/.

Hier noch ein Text über Vornamen von Sufjan Stevens auf dem Blog seines Labels asthmatickitty.com/, am Ende gibt es noch ein kurzes Liedchen über/an (?) Sofia Coppola. (via @malomalo)

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Geht’s noch, Grüne?

Letzte Frage:
Was ist nur aus der gutenalten Pop-Literatur geworden?

Die Seitenschubser sind da

Es ist soweit. Ich habe ja schon darüber geschrieben, jetzt ist aus dem vieldiskutierten Hörbuchgeständnis von @puppiges über eine namenssuchende Gruppierung eine eigene Website namens seitenschubser.de/ geworden.

oben rechts: Thomas Pynchon, Gegen den Tag

oben rechts: Thomas Pynchon, Gegen den Tag

Bei den Seitenschubsern wird man von nun an “Beiträge von Tim und der Blogpuppe rund um Bücher, eBooks, Büchergadgets und mehr” lesen können. Und wie man in den Kommentaren des Auftaktartikels nachlesen kann, überlege auch ich, mich inhaltlich an der Seite zu beteiligen. Voraussichtlicher Arbeitstitel der Kolumne: Hals & Hörbuch – HaHö!

unten links: Philip Roth, Empörung

unten links: Philip Roth, Empörung

Ein ganz praktisches Lob geht dafür an Herrn Trotzdem. Respekt! Und Glückwunsch zum 30. nachträglich.

Andere Blogstelle: Spendenaufruf

Vom Rechtsstreit zwischen Jens Weinreich und Theo Zwanziger bzw. dem DFB hat wahrscheinlich schon jeder gehört. Bisher hat der Sport- und Onlinejournalist des Jahres gebeten, “von Spenden und anderen Mitleidsbekundungen abzusehen”, doch nun wird ihm speziell das finanzielle Risiko zu heikel. Äußerst verständlich, wie man hier nachlesen kann. Respekt für seine bisherige Standfestigkeit und seinen Mut, es mit einer solchen Institution aufzunehmen. Das verdient Unterstützung.

Der Freitag

Habe ich mich jetzt (auch) angemeldet. Vielleicht lässt sich dort ja der ein oder andere Beitrag zweitverwerten. Allerdings müßte die Qualität hier natürlich ein bißchen steigen.
Man kann die Anmeldung also als eine Art Motivation verstehen.

“Dann strengen Sie sich mal an, Herr S.”

Die meisten Beiträge auf ANLEGENHEITEN sind doch (bis jetzt?) eher neben der Lohnarbeit so dahingerotzt. Die gelungeneren würde ich dann ebenfalls auf meinem FREITAG veröffentlichen. Zumindest denke ich mir das so. Dazu soll der Titel dort (ANGELESENHEITEN) möglicherweise mehr als nur Abwandlung meines Heimblogs sein; mehr als Wortfamilienwitz. Für irgendwas muß das Studium ja nützlich gewesen sein.

Germanistik mit Schwerpunkt Neuere Deutsche Literaturwissenschaft ist an der Universität mein Hauptfach gewesen. Ich habe gerne studiert. Aber die klassische Interpretation einzelner Werke hat mich nie wirklich interessiert, es sind eher die Metatheorien. Wenig Fragen sind unsinniger als das berühmt-berüchtigte “Was will uns der Autor damit sagen?” Allgemeingültige Aussagen über künstlerische Texte sind (zumindest für mich) irrelevant. Wichtig ist, was bei mir ankommt.

Subjektivität is king. Hermeneutik sucks.

Das kann bei jedem Leser etwas anderes sein. Was nicht heißt, daß nicht trotzdem über Literatur diskutiert, sich über Belletristik ausgetauscht werden kann. Auf die Schnittmenge kommt es an. Was das genau für meinen FREITAGsblog bzw. die neue Kategorie (tbn) hier heißt, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht einen (Ausschnitt aus einem) literarischen Text zitieren und ihn in einen anderen, sozusagen unAUTORisierten Zusammenhang stellen – je aktueller, desto besser.
Also zu quillp.com/. Als ob die Anmeldung bei einer weiteren Community wenn schon keine Lösung, so doch wenigstens eine Erleichterung wäre. Man ist halt auch als Atheist nicht vor Irrglauben und falschen Hoffnungen befreit.

Das Blog und die Pflicht: Holtzbrinck macht zoomer.de/ nach nur einem Jahr dicht.


ACHTUNG!

Dieses Blog wird nur noch als Archiv genutzt. Die neue Adresse lautet http://drikkes.com, sonst hat sich wenig geändert. Bitte in Blogrolls, RSS-Readern u. ä. aktualisieren. Danke!

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