t-mob

„Life is sharing.“ menschelt die bewegliche Konzernabteilung T-mobile seit einiger Zeit. Mit der in diesem Video festgehaltenen Aktion im Bahnhof von Liverpool ist das Motto mal in die Tat umgesetzt worden.

Das Ganze hat etwas von einem professionellen Flash Mob: Auf einmal startet die Musik und vorher nach normalen Passanten aussehende Tänzer werden mit einem Mal zur choreographierten Gruppe, die sich zu einem bandbreiten Medley poppiger Melodien bewegt.
Zumindest im Video kann ich live vor Ort keine Auflösung erkennen, wer dahintersteckt. Die Aktion läßt sich zu Werbezwecken also nur medial zweitverwerten.

Das ist clever vom Magentariesen, wie ich finde. Wie viele eigentlich gelungene Marketingaktionen sind schon wegen zu penetrantem Branding – ich will nicht sagen – gescheitert oder haben zumindest einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Hier sage ich trotz der schlechten Bildqualität, haben die Zuschauer wirklich Spaß, haben teilweise sogar (nochteilweiserer begeistert) mitgemacht.
Das Problem ist dann natürlich die Drehgenehmigung nebst Persönlichkeitsrecht, könnte ich mir denken. Ich bin kein leidenschaftlicher Datenschützer und erst recht kein ausgebildeter Jurist. Doch sieht das Video nicht danach aus, als hätte T-mobile die echten Passanten um Erlaubnis gefragt, noch überhaupt darauf hingewiesen, daß sie zu kommerziellen Zwecken gefilmt werden. Viele wissen somit vielleicht gar nicht, daß der TelKo-Konzern mit Bildern von ihnen Werbung macht.

Masse statt Klasse

Aber das nur am Rande. Was mich wirklich interessiert, ist die Frage: Hätte die Aktion auch einen solchen „Erfolg“ gehabt, wenn die Musikauswahl, sagen wir, etwas avancierter gewesen wäre? Oder klappt das nur (noch), weil es eben massenkompatibler Mainstream ist, der da aus den Boxen wabert und die Bahnfahrer von den Sitzen reißt? In Zeiten sinkender Plattenverkäufe und dem stetig prophezeiten Ende des Fernsehzeitalters ist das doch eine Überlegung wert.

1 Response to “t-mob”


  1. 1 drikkes Januar 22, 2009 um 14:18

    Ich wünschte, die Telekom würde mit solchen rechtlichen Bedenken mal genauso behutsam verfahren wie andersrum, von Spitzelaffäre u. ä. ganz zu schweigen.


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