Karneval Kurtz

Es ist kurz nach Mitternacht und somit Aschermittwoch. Mein erster Karneval als Kölner. Ich habe es überlebt. Mehr habe ich auch gar nicht verlangt, ich habe gewußt, daß es schlimm wird. Gehabe.

Fehlte eigentlich nur noch ein solcher Prediger am Straßenrand auf einer Holzkiste stehend und die an ihm vorüberziehenden Massen verdammend, wie ihn Malte Welding in einer Dachkammer auf YouTube entdeckt hat.

Im Herzen der Finsternis

Man hat das ja schon das ein oder andere Mal im Fernseher gesehen. Man ist vielleicht auch schon einmal für eine kurze Stippvisite hiergewesen, um sich das live anzuschauen. Freakfeldstudien oder so. Man findet Karneval doof, aber in Wirklichkeit ist alles viel schlimmer. Die Wirklichkeit ist schlimmer.
Ich habe keine Expeditionen gewagt. Ein paar Fahrten mit der Bahn, ein unvermeidlicher Gang zum Kiosk haben vollkommen ausgereicht, mir das Ausmaß der Apokalypse mit Pappnase vor Augen zu führen.

Im Endeffekt bin ich doch froh über die zwei Tage (Mo. + Di.) von der Agentur verordnetem Zwangsurlaub, über den ich mich vorher ein wenig aufgeregt habe. Aber der Altweiberweg zum und vom Arbeitsplatz haben mich dann doch auf den Vorgeschmack dieses verlängerten Wochenendes gebracht.
Habe mich also zuhause verbarrikadiert und auch wenn ich das vorgesehene Pensum (die komplette 1. Staffel LOST, Roth‘ neuer Roman Empörung) nicht ganz geschafft habe, so sind mir die vier Tage UnrAuszeit doch wohl bekommen. Jetzt flugs verschlafen und morgen in eine verKURTZte Arbeitswoche starten.

„Das Grauen!“

Hier doch noch eine Superverkleidung: Vergils ‚Aneis‘ im Gewand eines Facebook-Threads.
Großartig!

4 Responses to “Karneval Kurtz”


  1. 1 surfguard Februar 25, 2009 um 19:27

    Mit Verlaub, aber dein Urteil über Karneval ist so wenig kompetent wie dasjenige von Menschen über Twitter , die mal twitter.com aufgerufen haben, aber keinen eigenen Account nutzen. Twitter und Karneval sind Angebote, bei denen man aktiv dabei sein muss, um sie überhaupt gut finden zu können. (Man kann sie dann natürlich auch immer noch doof finden, aber erst das wäre ein akzeptables Urteil.)

    Such dir nächstes Mal Leute deines Vertrauens und geh mit ihnen in eine Karnevalskneipe mit der Möglichkeit im Kopf, dass du Spaß haben könntest!

  2. 2 drikkes Februar 26, 2009 um 10:10

    Dieser Blogeintrag soll bestimmt keine objektive Auseinandersetzung mit dem Phänomen Karneval in allen seinen Erscheinungsformen darstellen. Dafür fühle ich mich in der Tat weder kompetent noch zuständig. Und will es gar nicht sein.

    Aber „unakzeptabel“? Ich fürchte, Du wirst damit leben müssen, daß ich (nicht nur kölschen) Karneval aufgrund völlig subjektiver Vorurteilsbildung von vornherein kategorisch ablehne. Bei manchen Sachen weiß ich (persönlich und ganz alleine) einfach vorher, daß die intensivere Auseinandersetzung damit mehr als Zeitverschwendung ist, nämlich einfach nur dämlich.

    Abgesehen davon bezweifle ich, daß man auch für eine etwas unvoreingenommenere Beurteilung dieser tumben, spießbürgerlichen Hurrafröhlichkeitsverordnung eine Karnevalskneipe am Rosenmontag von innen gesehen haben muß. Da fallen mir gerade sehr fiese Beispiele zu ein, aber ich wähle mal ein relativ unverfängliches: Ein Richter muß auch niemanden umgebracht haben, um einen Mörder zu verurteilen.
    Einen Twitteraccount habe ich allerdings. Find‘ ich gut.

  3. 3 surfguard Februar 26, 2009 um 14:01

    Erst mal: Nicht böse sein, mein Kommentar war nicht persönlich gemeint. Und leben kann ich natürlich mit jeder Meinung, die du zu Karneval hast.

    Ich wollte dich in der Tat nur darauf aufmerksam machen, dass ich persönlich viele Leute kenne, die Karneval erst ablehnten und dann plötzlich gut fanden, nachdem sie irgendwann einfach mal dabei gewesen waren.

    Das Wort „spießbürgerlich“ trifft auf Karneval allerdings so komplett gar nicht zu. Ich kenne die coolsten Leute, Medienschaffende und Professoren, Techno-DJs und Metal-Gitarristen, die mit ganzem Herzen Karneval feiern.

    Aber du sagst ja selbst, dass du dich lieber auf ein im Wortsinne „Vorurteil“ verlässt. Ist selbstverständlich okay für mich als Meinung. Nur nicht als Urteil, vor allem nicht mit dem Zusatz, dass du behauptest zu wissen, dass die Beschäftigung Zeitverschwendung sei. Das kannst du einfach nicht wissen. Glaub mir das.

    Denn nochmal und ganz ernsthaft: Karneval muss man mitmachen, um Spaß haben zu können. Mir selbst geht es so. Wenn ich an Karnevalsdienstag unverkleidet in der Bahn stehe, dann würde ich jeden Clown, der auf die dicke Trumm haut, gerne abgrätschen. Sobald ich selbst die Kappe aufhabe, stimme ich sofort in ein Karnevalslied mit ein.

    Muss man alles nicht wollen. Aber man könnte überrascht sein.

  4. 4 drikkes Februar 26, 2009 um 15:42

    Ja, ich weiß. Und will ja auch gar nicht soweit gehen, karnevalisierende Leute per se auch im „normalen“ Leben für bescheuert zu erklären. Wäre auch schön blöd, einige meiner besten Freunde feiern das mit Freude, darunter auch Zugezogene, die hier erst auf den Geschmack gekommen sind. (Aber die halten Kölsch mittlerweile auch für ein leckeres Bier…)

    Sollen sie alle machen. Für mich steht nach diesen „tollen Tagen“ jedenfalls fest, daß ich im nächsten Jahr für eine Woche die Stadt verlassen werde, Urlaub machen.


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