L:stoffe

Große Teile der schreibenden Zunft und die an sie angeschlossene Wirtschaft (Nein, Trugschluß. Andersrum!) haben sich offenbar fest vorgenommen, die Fehler der Musikindustrie zu wiederholen. Wieder zu bestaunen in einem Interview mit der Schriftstellerin Julia Franck über „den Heidelberger Appell und das bedrohte Urheberrecht“ auf welt.de/. Ich jedenfalls habe nicht den Eindruck, daß die Musik in den letzten Jahren schlechter geworden ist. Klar ist zumindest, daß sie durch diese Forderungen nicht besser wird. Und das ist bei Texten nicht anders.

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The Book Of Tweets

Ich habe mir bei tweetbook.in/ meine ersten 2222 Tweets zu einem pdf-Buch zusammenstellen lassen. Nicht schön, aber praktisch. So flüchtig Microblogging selbst doch ist, die eine oder andere Perle verdient es, dem Strom der Zeit entrissen zu werden. Und deshalb finde ich es auch ganz toll, daß man ein solches pdf nicht nur für die eigenen Tweets, sondern auch für die Favoriten herstellen kann.
Nachtrag: Wegen des Erfolgs und dem damit zusammenhängenden Traffic gibt es Serverprobleme. Bis auf weiteres also die Version mit Anmeldung nutzen. Zur Zeit herrscht da allerdings eine Warteschlange, weil immer nur drei Leute zusammen drin sein können.

Wenn Sie sich ein Buch kaufen wollen, dann nehmen Sie doch dieses hier.

Bild 1

Grimmig

Wenn sowas hier gesucht wird (siehe Screenshot), dann kann ich eine traurige Geschichte erzählen: Die Grimme Online Awards werden mal wieder vergeben. Man kann sich über einige der Nominierten freuen, kann man aber auch lassen. Nur soviel: Mir als pseudoelitärem Fuzzi mit popkulturellem Anstrich gefällt diese äußerst einseitige Liste auch nicht, aber man muß sich eben vor Augen halten, wie coffeeandtv.de/ richtig bemerkt, daß der Preis nicht dazu da ist, damit das Netz eine von unzähligen weiteren Möglichkeiten hat, sich selbst zu feiern, sondern es das Ziel ist, Leute auf die Möglichkeiten des Internets aufmerksam zu machen, die (bisher) nicht soviel damit anfangen können.
Eine ehrenvolle Aufgabe, aber ob das der richtige Weg ist…

Bild 1

Nachgetreten (wie es beim Fußball heißt) // Ich hoffe doch sehr, daß meine Stimmen für den von Arcandor gestifteten Publikumspreis gelten, obwohl ich nicht am integrierten Gewinnspiel teilgenommen habe. Die Teilnahmebedingungen (siehe Screenshot) sind für mich eben unannehmbar. Sollte dem aber so sein (schlimm genug, aber das muß jeder für sich selbst entscheiden), dann hieße das auch, man muß drei Stimmen abgeben, auch wenn man nur zwei Favoriten hat. Am Ende gewinnt dann wahrscheinlich der, den niemand auf Platz eins hatte, sondern ein mittelmäßiger Kompromißkandidat, der als Everybody’s No 3 niemandem weh tut.

4 Responses to “L:stoffe”


  1. 1 misscaro Mai 14, 2009 um 14:16

    Was genau macht die Nominierungen Ihrer Ansicht nach ‚einseitig‘?

  2. 2 drikkes Mai 14, 2009 um 14:29

    Vielleicht ist „einseitig“ das falsche Wort, „unausgewogen“ hätte es wohl besser getroffen. Wie die drei angegebenen Links ausführen, freut sich das ‚Literaturcafé‘ über die Nominierung von gleich drei belletristikbezogenen Websites, während Coffee & TV etwa im Gegensatz zum nominierten Dinslaken (nahe Marl) die Berliner Blogger und der Modepilot gleich das ganze Spektrum von Fashion- und Lifestyle vermisst. Dazu muß man zugeben, daß das Thema Fußball ein wenig überrepräsentiert ist. Oder?

    Sind Sie mit den Nominierungen völlig zufrieden, misscaro?

  3. 3 misscaro Mai 14, 2009 um 20:43

    Natürlich. Ich war in der Nominierungskommission. Deswegen interessiert mich ja auch, wie die Nominierungen aufgenommen bzw. bewertet werden.

    Das Schöne am Preis – was mir nicht klar war – ist, dass auf die Gesamtwirkung aller Nominierungen eigentlich nicht geachtet wird. Im Prozess ist – meiner Ansicht nach vollkommen zu recht – kein Platz vorgesehen für ein wie auch immer geartetes politisches Abwägen der Nominierungen, à la ‚ist das zu viel Fussball/zu viel Öffentlich-rechtlich/zu wenig Lifestyle‘.

    Wir haben die vorgeschlagenen Websites angeguckt, bewertet, diskutiert, wieder bewertet, wieder diskutiert, und wieder bewertet. Und die unserer Ansicht nach besten sind übrig geblieben. Dass so viel Fußball dabei ist und kein Lifestyle? Kein Kalkül, keine Berechnung. Die Seiten werden eigentlich nicht miteinander verglichen – denn sonst hätte ja zum Beispiel entweder volkslesen.tv oder zehnseiten.de nominiert werden können. Oder die Hartplatzhelden oder Fußball Landschaften oder Jens Weinreich.

    Das wäre ziemlich schade – Finde ich zumindest.

    Der Preis will schließlich die ziemlich abstrakte ‚publizistische Qualität im Netz‘ auszeichnen. Nicht ‚die eine beste Literaturseite‘ (es kann ja auch viele ausgezeichnete Seiten geben) oder ‚die beste Fußballseite‘ – denn Jens Weinreich, die Hartplatzhelden und Fußball Landschaften machen schließlich drei sehr unterschiedliche Dinge.

    Und zuletzt: Ich bin auch überrascht gewesen, dass letztendlich keine Lifestyle/Mode-Blogs dabei waren; ebenso Kochblogs. Aber das wird im kommenden Jahr bestimmt schon anders sein.

  4. 4 drikkes Mai 15, 2009 um 10:43

    Da können Sie sich glücklich schätzen, misscaro. Ich habe, was Diskussionen betrifft, selten verbissenere Grabenkämpfe miterlebt als bei solchen Nominierungsrunden. (In meinem Fall: Auswahl der eingesendeten Filme für das Bochumer Videofestival.) Aber genau das ist wahrscheinlich auch der Punkt: Bei Ihnen hört sich das Bewerten und Diskutieren wie eine gemütliche Kaffeerunde an. Da wird nicht viel Kritik am anderen geübt, im Gegenzug dafür der eigene Kandidat ebenfalls durchgewunken. Sie werden natürlich widersprechen (und ich bin ja auch nicht dabeigewesen), aber der Eindruck entsteht halt (bei mir).

    Dieses Problem verstärkt sich natürlich, wenn ohne Kategorien gearbeitet wird. Man landet noch schneller im eigenen Trott. Verstehen Sie mich nicht falsch, mit einzelnen Nominierten bin ich persönlich hochzufrieden. Nur halte ich halt überhaupt Objektivität für eine Illusion und jeglichen Juryentscheid für ein Interessenergebnis. Und ich finde es ein wenig seltsam, wie mich der Begriff „publizistische Qualität“ an die Maßstäbe alter Eliten erinnert.
    Und wenn Sie nicht zur Nominierungskomission gehörten, böte ich Ihnen schon heute eine Wette über das Nichtgewinnen eines Lifestyle/Mode-Blogs bei den GOA 2010 an.


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